Die private Krankenversicherung kann vor allem für gutverdienende Angestellte, Selbstständige und Beamte attraktiv sein, weil sie oft mehr Leistung, mehr Tarif-Freiheit und schnelleren Zugang zu bestimmten Behandlungen bietet. Zu den wichtigsten PKV Vorteilen zählen individuell wählbare Leistungen, starke Erstattungen bei Ärzten, Zahnbehandlungen und Klinikaufenthalten sowie mögliche Wahlleistungen wie Ein- oder Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung – je nach Tarif. Gleichzeitig gilt: Die PKV ist keine pauschal bessere Lösung für jeden, sondern lohnt sich vor allem dann, wenn Beitrag, Familienplanung, Gesundheitszustand und langfristige Absicherung zusammenpassen. Die Prämien richten sich nicht wie in der GKV direkt nach dem Einkommen, sondern nach Tarif, Leistungsumfang und individuellem Risiko.
Die private Krankenversicherung (PKV) bietet zahlreiche Vorteile, die sie für bestimmte Personengruppen zu einer attraktiven Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung macht. Die wichtigsten Vorteile sind bessere medizinische Leistungen wie Chefarztbehandlung und Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, schnellere Termine bei Fachärzten und eine individuelle Gestaltung Ihres Versicherungsschutzes. Allerdings ist die PKV nicht für jeden geeignet und eine Entscheidung sollte gut überlegt sein.
Nicht jeder darf in die private Krankenversicherung wechseln. Als Angestellter müssen Sie ein Bruttoeinkommen von über 77.400 Euro pro Jahr verdienen. Selbstständige und Beamte können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Die Entscheidung hat langfristige Auswirkungen, denn eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung ist später sehr schwierig.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche konkreten Leistungsvorteile die PKV bietet und wie sich die beiden Versicherungssysteme unterscheiden. Wir zeigen Ihnen, für wen sich ein Wechsel lohnt und welche wichtigen Punkte Sie bei der Tarifwahl und Beitragsentwicklung beachten sollten.
Grundlegende Unterschiede zwischen PKV und GKV
Die private Krankenversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung folgen völlig unterschiedlichen Prinzipien. Während die GKV auf einem gemeinschaftlichen System basiert, funktioniert die PKV nach individuellen Risikofaktoren.
Solidaritätsprinzip vs. Individualvertrag
Die GKV arbeitet nach dem Solidaritätsprinzip. Das bedeutet: Alle zahlen nach ihrem Einkommen ein, und alle erhalten die gleichen Leistungen. Junge Menschen unterstützen Ältere, Gesunde unterstützen Kranke.
Die PKV funktioniert nach dem Äquivalenzprinzip. Ihr Beitrag richtet sich nach Ihrem persönlichen Risiko. Dabei spielen Ihr Alter bei Vertragsabschluss, Ihr Gesundheitszustand und der gewählte Tarif eine Rolle.
Bei der privaten Krankenversicherung müssen Sie eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Die GKV nimmt Sie ohne Gesundheitsprüfung auf.
Einkommensabhängigkeit der Beiträge
In der GKV zahlen Sie einen prozentualen Anteil Ihres Einkommens. Der Beitragssatz liegt 2025 bei etwa 17,1 Prozent. Bei einem Gehalt von 50.000 Euro zahlen Sie rund 710 Euro monatlich.
Die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt den Höchstbeitrag auf etwa 940 Euro pro Monat. Wer mehr verdient, zahlt nicht mehr.
Die private Krankenversicherung berechnet einen einkommensunabhängigen Beitrag. Ob Sie 50.000 Euro oder 150.000 Euro verdienen, spielt keine Rolle. Der Beitrag bleibt gleich. Das macht die PKV für Gutverdiener oft günstiger.
Der Beitrag im Alter unterscheidet sich stark: In der GKV sinkt er mit der Rente deutlich. In der PKV steigt er trotz Altersrückstellungen oft weiter an.
Mitversicherung von Familienangehörigen
Die Familienversicherung ist ein großer Vorteil der GKV. Ihr Ehepartner und Ihre Kinder sind kostenlos mitversichert, wenn sie kein eigenes Einkommen haben. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt nur einen Beitrag.
In der privaten Krankenversicherung braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag. Ein Kind kostet 50 bis 150 Euro monatlich. Ein nicht berufstätiger Partner zahlt 200 bis 500 Euro.
Eine vierköpfige Familie kann in der PKV schnell 1.000 Euro oder mehr zahlen. In der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt es bei einem Beitrag für den Hauptverdiener.
Leistungsstarke Vorteile der Privaten Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung bietet Ihnen einen deutlich erweiterten Leistungsumfang im Vergleich zur gesetzlichen Versicherung. Sie profitieren von besserer medizinischer Versorgung, mehr Komfort und garantierten Leistungen, die im Vertrag festgeschrieben sind.
Bevorzugte Behandlung und freie Arztwahl
Die freie Arztwahl gehört zu den wichtigsten Vorteilen der PKV. Sie können selbst entscheiden, welchen Arzt oder Spezialisten Sie aufsuchen möchten. Anders als in der gesetzlichen Versicherung sind Sie nicht an bestimmte Vertragsärzte gebunden.
Bei Fachärzten erhalten Sie als Privatpatient bevorzugte Termine. Viele Praxen bieten separate Sprechstunden für Privatversicherte an. Das bedeutet für Sie weniger Wartezeit und flexiblere Terminplanung.
Ihre Vorteile bei der Arztwahl:
- Zugang zu allen niedergelassenen Ärzten in Deutschland
- Behandlung bei anerkannten Spezialisten ohne Überweisung
- Direkter Kontakt zu Fachärzten möglich
- Freie Wahl der Klinik bei stationären Behandlungen
Die Behandlung erfolgt nach den neuesten medizinischen Standards. Ihr Arzt kann Therapien und Medikamente verordnen, ohne auf Budgetgrenzen achten zu müssen.
Chefarztbehandlung und Zimmerwahl im Krankenhaus
Im Krankenhaus genießen Sie mit einem Komfortschutz oder Premiumschutz deutlich bessere Bedingungen. Die Chefarztbehandlung garantiert Ihnen, dass der erfahrenste Arzt der Abteilung Ihre Behandlung übernimmt oder überwacht.
Bei der Unterbringung haben Sie die Wahl zwischen Einbettzimmer und Zweibettzimmer. Das Einbettzimmer bietet Ihnen maximale Privatsphäre und Ruhe während Ihres Krankenhausaufenthalts. Im Zweibettzimmer teilen Sie sich das Zimmer nur mit einem weiteren Patienten.
Diese Leistungen müssen Sie bei Vertragsabschluss vereinbaren. Später können Sie den Versicherungsschutz meist nicht mehr erweitern. Deshalb sollten Sie von Anfang an auf einen umfassenden Schutz achten.
Die Kosten für diese Zusatzleistungen sind im Beitrag bereits enthalten. Sie zahlen im Krankenhaus keine Zuzahlungen für die bessere Unterbringung oder die Chefarztbehandlung.
Kürzere Wartezeiten und schnelle Arzttermine
Als Privatpatient bekommen Sie deutlich schneller Termine bei Fachärzten. Während gesetzlich Versicherte oft Wochen oder Monate warten müssen, erhalten Sie häufig innerhalb weniger Tage einen Termin.
Bei dringenden Behandlungen profitieren Sie besonders von diesem Vorteil. Spezialisten wie Orthopäden, Dermatologen oder Augenärzte haben oft separate Terminsprechstunden für Privatpatienten. Das verkürzt Ihre Wartezeit erheblich.
Auch bei bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT müssen Sie nicht lange warten. Ihre Untersuchungen werden zeitnah durchgeführt. Das ermöglicht eine schnellere Diagnose und einen früheren Behandlungsbeginn.
Die kurzen Wartezeiten gelten auch für Vorsorgeuntersuchungen. Sie können diese Termine flexibel planen und müssen nicht monatelang auf einen freien Platz warten.
Hochwertige Versorgung bei Zahnersatz und Vorsorge
Beim Zahnersatz bietet die PKV deutlich höhere Erstattungen als die gesetzliche Versicherung. Viele Tarife übernehmen 75 bis 90 Prozent der Kosten für Implantate, Kronen oder Brücken. Sie erhalten hochwertige Versorgung ohne hohe Zuzahlungen leisten zu müssen.
Typische Zahnleistungen in der PKV:
- Zahnersatz mit hohen Erstattungssätzen
- Inlays und Implantate
- Professionelle Zahnreinigung
- Kieferorthopädische Behandlungen
Bei Vorsorgeuntersuchungen zahlt die PKV umfassender als die gesetzliche Kasse. Sie können Gesundheits-Check-ups in kürzeren Abständen durchführen lassen. Auch alternative Heilmethoden wie Osteopathie oder Akupunktur sind in vielen Tarifen enthalten.
Die garantierten Leistungen können vom Versicherer nicht nachträglich gestrichen werden. Was Sie bei Vertragsabschluss vereinbart haben, bleibt Ihnen erhalten. Das gibt Ihnen Planungssicherheit für die Zukunft.
Individuelle Tarifgestaltung und Beitragsvorteile
Die PKV ermöglicht es Ihnen, Tarife nach Ihren persönlichen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten zu gestalten. Ihr Beitrag richtet sich dabei nach Ihrem Alter, Gesundheitszustand und den gewählten Leistungen, nicht nach Ihrem Einkommen.
Tarife nach Lebensphase und Berufsgruppe
Als Berufseinsteiger profitieren Sie von günstigen Einstiegstarifen, da Sie meist jung und gesund sind. Selbstständige können ihre Tarife ohne Arbeitgeberzuschuss planen, während Beamte durch die Beihilfe besonders niedrige Beiträge zahlen.
Wenn Sie Ihren Bedarf ändern möchten, können Sie zwischen verschiedenen Tarifvarianten wechseln. Die individuelle Tarifgestaltung erlaubt es Ihnen, Leistungsbausteine für ambulante, stationäre und zahnärztliche Versorgung zu kombinieren.
Ein Beitragsentlastungstarif reduziert Ihre Beiträge im Alter. Sie zahlen in jüngeren Jahren einen Zusatzbeitrag, der später zur Senkung Ihrer Kosten verwendet wird. Diese Beitragsentlastung schützt Sie vor starken Erhöhungen im Rentenalter.
Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung
Mit einer Selbstbeteiligung senken Sie Ihren monatlichen Beitrag erheblich. Der Selbstbehalt liegt typischerweise zwischen 300 und 5.000 Euro pro Jahr. Sie zahlen Behandlungskosten bis zu dieser Grenze selbst, danach übernimmt die Versicherung alle weiteren Kosten.
Die Beitragsrückerstattung belohnt Sie, wenn Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen. Viele Versicherer erstatten zwischen einem und sechs Monatsbeiträgen. Diese Rückzahlung erhalten Sie automatisch am Jahresende.
Wenn Sie Tarife vergleichen, sollten Sie beide Optionen berücksichtigen. Ein höherer Selbstbehalt lohnt sich besonders für Sie, wenn Sie selten zum Arzt gehen.
Weltweiter Versicherungsschutz und Zusatzleistungen
Ihr weltweiter Versicherungsschutz gilt je nach Tarif dauerhaft oder für mehrere Monate im Ausland. Bei Reisen und Auslandsaufenthalten sind Sie medizinisch abgesichert, ohne zusätzliche Versicherungen abschließen zu müssen.
Viele Tarife bieten Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlung, Einzelzimmer oder alternative Heilmethoden. Sie können diese Bausteine individuell hinzufügen oder weglassen. Ambulante Leistungen umfassen oft Heilpraktiker, Sehhilfen und Vorsorgeuntersuchungen über den gesetzlichen Standard hinaus.
Zahnärztliche Zusatzbausteine decken hochwertige Versorgungen wie Implantate oder Keramikfüllungen ab. Diese Leistungen erhalten Sie ohne Wartezeiten und Einschränkungen.
Für wen die Private Krankenversicherung besonders geeignet ist
Die private Krankenversicherung ist nicht für jeden die richtige Wahl. Drei Gruppen profitieren besonders stark: Beamte erhalten staatliche Beihilfe, Selbstständige haben freien Zugang ohne Einkommensgrenzen, und gutverdienende Angestellte können bei entsprechendem Gehalt wechseln.
Vorteile für Beamte und Beihilfeberechtigte
Als Beamter ist die private Krankenversicherung fast immer die bessere Option. Ihr Dienstherr übernimmt durch die Beihilfe einen großen Teil Ihrer Krankheitskosten. Ledige Bundesbeamte erhalten 50 Prozent Beihilfe, bei Familien mit Kindern kann der Satz noch höher liegen.
Sie versichern über spezielle Beihilfetarife nur den verbleibenden Anteil privat. Das macht Ihre Beiträge deutlich günstiger als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei einer gesetzlichen Krankenkasse müssten Sie den vollen Beitrag selbst zahlen, da sich der Bund und die meisten Bundesländer nicht daran beteiligen.
Ihre monatlichen Kosten sind oft sehr niedrig:
- Einzelbeamte zahlen häufig unter 200 Euro monatlich
- Familien profitieren von höheren Beihilfesätzen
- Im Ruhestand steigt die Beihilfe oft auf 70 Prozent
Die bayerische Beamtenkrankenkasse und andere Anbieter haben spezielle Tarife für Beamte entwickelt. Diese passen genau zur Beihilfe und decken Lücken ab. Wichtig ist, dass Sie bereits als Beamtenanwärter in die PKV wechseln können.
Attraktivität für Selbstständige und Freiberufler
Als Selbstständiger können Sie ohne Einkommensgrenzen in die private Krankenversicherung wechseln. Sie zahlen in beiden Systemen den vollen Beitrag selbst. Anders als Angestellte haben Sie keinen Arbeitgeber, der die Hälfte übernimmt.
Die PKV bietet Ihnen große Flexibilität bei den Leistungen. Sie können Ihren Versicherungsschutz genau auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Junge und gesunde Selbstständige zahlen oft niedrigere Beiträge als in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Sie sollten diese Punkte beachten:
- Planen Sie Beitragssteigerungen im Alter ein
- Sparen Sie monatlich mehrere hundert Euro zusätzlich
- Im Rentenalter müssen Sie alles selbst zahlen
- Keine Familienversicherung für Kinder und Partner möglich
Für gut verdienende Freiberufler mit hohem Einkommen lohnt sich die PKV meist mehr. Bei geringem Einkommen kann die gesetzliche Krankenversicherung günstiger sein, da dort seit 2019 niedrigere Mindestbeiträge gelten.
Gutverdienende Angestellte und die Versicherungspflichtgrenze
Sie dürfen als Angestellter nur in die PKV wechseln, wenn Ihr Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese Jahresarbeitsentgeltgrenze beträgt 2026 genau 77.400 Euro brutto im Jahr. Das entspricht 6.450 Euro brutto pro Monat.
Ihr Arbeitgeber zahlt bei der PKV die Hälfte Ihres Beitrags, genauso wie bei der gesetzlichen Krankenkasse. Sie profitieren von besseren Leistungen wie Chefarztbehandlung oder Ein- und Zweibettzimmer im Krankenhaus. Die Beiträge richten sich nach Ihrem Alter und Gesundheitszustand, nicht nach Ihrem Einkommen.
Haben Sie eine Familie mit Kindern oder einen Partner ohne eigenes Einkommen? Dann kann die PKV teuer werden. Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag. Rechnen Sie pro Erwachsenen mit mindestens 600 Euro und pro Kind mit etwa 150 Euro monatlich.
Die PKV passt zu Ihnen, wenn Sie:
- Dauerhaft über 77.400 Euro verdienen
- Keine Familie kostenlos mitversichern müssen
- Unter 40 Jahre alt sind beim Wechsel
- Gesund sind und keine Vorerkrankungen haben
Wichtige Aspekte beim Wechsel in die PKV
Beim Wechsel in die private Krankenversicherung müssen Sie mehrere wichtige Faktoren beachten, die Ihre Gesundheit und Finanzen langfristig beeinflussen. Die Gesundheitsprüfung, mögliche Wartezeiten und individuelle Risikozuschläge spielen dabei eine zentrale Rolle.
Gesundheitsprüfung und Vorerkrankungen
Jeder Wechsel in die private Krankenversicherung beginnt mit einer umfassenden Gesundheitsprüfung. Sie müssen alle Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand wahrheitsgemäß beantworten.
Die Versicherung prüft Ihre gesamte Krankengeschichte der letzten Jahre. Dazu gehören Arztbesuche, Behandlungen, Medikamente und diagnostizierte Krankheiten.
Vorerkrankungen können verschiedene Folgen haben:
- Risikozuschläge auf Ihren monatlichen Beitrag
- Leistungsausschlüsse für bestimmte Erkrankungen
- Ablehnung Ihres Antrags in schweren Fällen
Wenn Sie Vorerkrankungen verschweigen, riskieren Sie erhebliche Probleme. Die Versicherung kann später die Leistung verweigern oder den Vertrag anfechten. Bei falschen Angaben verlieren Sie möglicherweise Ihren kompletten Versicherungsschutz.
Besonders kritisch sind chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder psychische Leiden. Diese führen meist zu dauerhaften Zuschlägen oder Ausschlüssen.
Wartezeiten und Risikozuschläge
Nach dem Wechsel in die PKV gelten für bestimmte Leistungen Wartezeiten. Die allgemeine Wartezeit beträgt drei Monate. Für Zahnersatz und Psychotherapie müssen Sie meist acht Monate warten.
Bei Unfällen entfallen diese Wartezeiten komplett. Sie erhalten sofort die vollen Leistungen Ihres Tarifs.
Risikozuschläge erhöhen Ihren monatlichen Beitrag dauerhaft. Die Höhe hängt von Art und Schwere Ihrer Vorerkrankungen ab. Ein Zuschlag kann zwischen 10 und 100 Prozent des Grundbeitrags liegen.
Manche Versicherer bieten befristete Zuschläge an. Nach einigen beschwerdefreien Jahren kann der Zuschlag entfallen. Dies ist jedoch nicht bei allen Tarifen möglich.
Beachten Sie, dass Risikozuschläge auch im Alter bestehen bleiben. Sie zahlen diese zusätzlich zu den ohnehin steigenden Beiträgen.
Entscheidungskriterien im Überblick
Ihre finanzielle Situation ist das wichtigste Kriterium. Sie müssen die Beiträge langfristig zahlen können, auch im Alter und bei möglichen Einkommensverlusten.
Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung folgende Punkte:
| Kriterium | Wichtige Fragen |
|---|---|
| Alter | Sind Sie unter 40 Jahren? Jüngere profitieren von niedrigeren Einstiegsbeiträgen. |
| Einkommen | Liegt Ihr Gehalt dauerhaft über der Versicherungspflichtgrenze? |
| Gesundheit | Haben Sie aktuell keine oder nur wenige Vorerkrankungen? |
| Familienplanung | Planen Sie Kinder? In der PKV zahlen Sie für jedes Familienmitglied extra. |
Die Familienplanung beeinflusst Ihre Kosten erheblich. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es keine kostenfreie Familienversicherung. Jedes Kind benötigt eine eigene Versicherung.
Ein Rückwechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist nach dem 55. Lebensjahr praktisch ausgeschlossen. Prüfen Sie deshalb alle Aspekte gründlich, bevor Sie die Entscheidung treffen.
Langfristige Beitragsentwicklung und Altersvorsorge
Die Beitragsentwicklung in der PKV folgt anderen Regeln als in der GKV. Altersrückstellungen sorgen für Stabilität, während verschiedene Mechanismen Ihnen helfen, die Kosten auch im Rentenalter zu kontrollieren.
Alterungsrückstellungen und Beitragsstabilität
Ihre PKV bildet von Anfang an Altersrückstellungen. Sie zahlen in jungen Jahren mehr, als Ihre aktuellen Gesundheitskosten ausmachen. Diese Mehrbeträge werden angespart und verzinst.
Mit steigendem Alter nutzt die Versicherung diese Rückstellungen, um Ihre Beiträge zu dämpfen. Ein Beispiel: Mit 30 Jahren zahlen Sie 400 Euro monatlich, obwohl Ihre Behandlungskosten nur 250 Euro betragen. Die Differenz fließt in Ihren Spartopf.
Zusätzlich gibt es den gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent. Diesen zahlen Sie ab 21 Jahren. Er entfällt automatisch mit 60 oder 65 Jahren, je nach Vertragsdatum. Das senkt Ihren Beitrag sofort um diese 10 Prozent.
Die Höhe der Altersrückstellungen pro Versicherten zeigt die Qualität eines Tarifs. Etablierte Versicherer mit stabilen Kollektiven bieten bessere Beitragsstabilität als Billiganbieter.
Beitragsanpassungen und Entlastungsmöglichkeiten
Beitragssteigerungen entstehen durch medizinischen Fortschritt und allgemeine Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. Diese betreffen alle Versicherten unabhängig vom Alter und liegen typischerweise bei 2 bis 4 Prozent jährlich.
Sie haben mehrere Möglichkeiten zur Beitragssenkung:
- Tarifwechsel beim gleichen Versicherer ohne Gesundheitsprüfung
- Erhöhung der Selbstbeteiligung von beispielsweise 600 auf 1.500 Euro
- Verzicht auf Zusatzbausteine wie Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung
- Beitragsentlastungstarife, die ab einem bestimmten Alter greifen
Ein Tarifwechsel mit 60 Jahren kann Einsparungen von 100 bis 300 Euro monatlich bringen. Planen Sie solche Anpassungen rechtzeitig, nicht erst mit 70 Jahren.
Rückkehr in die GKV: Möglichkeiten und Grenzen
Die Rückkehr in die GKV wird mit zunehmendem Alter schwieriger. Ab 55 Jahren ist ein Wechsel zurück praktisch ausgeschlossen, es sei denn, Sie werden versicherungspflichtig beschäftigt.
Selbstständige unter 55 können durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit wechseln. Ihr Einkommen muss dann unter der Versicherungspflichtgrenze liegen. Angestellte benötigen ein Gehalt unterhalb dieser Grenze.
Bedenken Sie: Bei einem Wechsel zurück verlieren Sie alle aufgebauten Altersrückstellungen. Diese können Sie nicht mitnehmen oder auszahlen lassen. Zudem erhalten Sie in der GKV nur Standardleistungen statt der gewohnten umfassenden Versorgung.
Der PKV Basistarif bietet eine Alternative, falls Ihre Beiträge untragbar werden. Er garantiert GKV-Leistungen zu gedeckelten Kosten und erhält Ihre Altersrückstellungen.
Übersicht bekannter PKV-Anbieter und beachtenswerte Tarife
In Deutschland konkurrieren mehr als 35 private Krankenversicherer um Kunden. Die größten Unterschiede zwischen den Anbietern zeigen sich bei Leistungsumfang, Beitragsstabilität und Spezialisierung auf bestimmte Berufsgruppen.
Relevante Versicherer im deutschen Markt
Die Debeka Krankenversicherung ist gemessen an der Versichertenzahl Marktführer und konzentriert sich besonders auf Beamte und deren Familien. Allianz Private Krankenversicherung und DKV Deutsche Krankenversicherungzählen zu den größten Anbietern und bieten eine breite Tarifpalette für verschiedene Berufsgruppen.
HanseMerkur, Hallesche Krankenversicherung und Continentale Krankenversicherung haben sich durch stabile Beitragsentwicklung einen Namen gemacht. ARAG Krankenversicherung erreichte in Rankings von Franke und Bornberg wiederholt Spitzenpositionen.
Weitere etablierte Anbieter sind Signal Iduna, Barmenia Krankenversicherung, Gothaer Krankenversicherung, Württembergische Krankenversicherung, Nürnberger Krankenversicherung und Inter Krankenversicherung. Jeder Versicherer hat eigene Schwerpunkte – manche punkten mit umfassenden Zahnleistungen, andere mit attraktiven Selbstbeteiligungsmodellen.
Vergleich von Komfort- und Beihilfetarifen
Komforttarife richten sich an Selbstständige und Angestellte, die eine Vollversicherung benötigen. Diese Tarife decken ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlungen komplett ab. Die monatlichen Beiträge liegen typischerweise zwischen 540 und 860 Euro für einen 35-jährigen Versicherten.
Beihilfetarife sind speziell für Beamte konzipiert, da der Dienstherr bereits 50 bis 80 Prozent der Krankheitskosten übernimmt. Sie versichern nur die verbleibende Lücke und sind deshalb deutlich günstiger. Die Debeka dominiert diesen Bereich traditionell, aber auch Continentale und HanseMerkur bieten spezialisierte Beihilfetarife an.
Bei Komforttarifen sollten Sie auf Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung und mindestens 75 Prozent Zahnersatz achten. Beihilfetarife müssen exakt zu Ihrem Beihilfesatz passen, um Versorgungslücken zu vermeiden.